Tiefgarage Klinikum Weiden - Zustand, Konzept

Tiefgarage Klinikum Weiden

Zufahrt

Zwischendecke

Breite Biegerisse in Zwischendecke, jährlich durch PUR-Harz-Tränkung gewartet, leider ohne Erfolg

Zwischendecken

Seltener auch wasserführende Trennrisse

Kreative Entwässerung

Oberflächenwässer werden durch Stützen geleitet

Potential

Zwischendecken. Korrosion nachweislich nur in Rissen. Wie sich noch zeigte von dort aus aber recht weitflächige Wanderung entlang Bewehrung mit der Folge großer Hohllagen.

Potential

Bodenplatte. Skalierung geändert, um Korrosionsherde sichtbar zu machen

Betondeckung

Bodenplatte. Gute Korrelation von Minderdeckungen und Lage der Korrosionsherde.

Bewehrungssondierung

Mit PUR-Harz behandelter Riss.

Bewehrungssondierung

Wer sieht wo die Bewehrung völlig weggerostet ist? Manchmal hat man auch Glück und erwischt eine innenverlegte Stormleitung.

Bewehrungssondierung

Wie man sieht, war hier nichts mehr von der Bewehrung vorhanden.

Aufgabenstellung

  • umfangreiche Risse
  • geringe Betondeckung
  • umfangreiche Korrosions­schäden
  • Leckagen in Bodenplatte

Projektbegleiter

  • Auftraggeber: Kliniken Nordoberpfalz AG

Projektbeschreibung

Es handelt sich um eine 3-geschossige Tiefgarage in monolithischer WU-Stahlbeton­bauweise mit einer Fläche von rd. 9.850 m² und 300 Stellplätzen aus dem Jahr 1990/ 91. Das Tragwerk zeichnet sich durch die 2-achsig gevouteten Zwischendecken mit einer Feldstärke von gerade einmal 13 cm aus. Hierdurch war die Decke sehr biegeweich und neigte zu Schwingungen bei Befahrung mit PKW auf. Die Stützen wurden als Fertigteile gefertigt, die sich als ein Bauteil über 3 Geschosse erstrecken. Die Zwischendecken waren von jeher rissüberbrückend beschichtet. Die Decken wiesen umfangreiche Risse auf, primär Biegerisse, mitunter mit Weiten von bis zum 1 mm. Wir konnten zeigen, dass die Ursache für diese Rissbreiten im unberücksichtigten Kriechen der viel zu dünnen Decken lag. Die Risse wurden jährlich mittels Harztränkung gewartet. Die Bodenplatte war mit einer dünnen Versiegelung geschützt, die bereits einmal erneuert wurde. Die Sockel waren ebenfalls beschichtet, wobei die Kehlen mittlerweile Defekte aufwiesen.

Im Zuge unserer flächendeckenden Untersuchungen stellten wir teils extreme Korrosionsschäden in den Rissen der Zwischendecken bis hin zum Totalverlust des Querschnitts fest, trotz jährlicher Wartung durch den Bauherrn. Die Bodenplatte wies praktisch vollflächig aktive Korrosion auf. Die Sockel wiesen Korrosion in geringem Umfang ohne signifikante Querschnittsverluste auf. Wir betrachteten als Instand­setzungsvariante einen Betonersatz nach Bedarf und alternativ einen Kathodischen Korrosions­schutz, wobei beide Lösungen mit einer vollflächigen Ertüchtigung der Decken einhergingen. Der Bauherr entschied sich für die Variante KKS mit Ertüchtigung der Decken, was durch uns entsprechend geplant und überwacht wurde.

Prüfmethoden

  • visuelle Inspektion
  • Hohllagenprüfung
  • Potentialfeld
  • Betondeckung
  • Chloridprofile
  • Bewehrungs­sondierungen
  • Oberflächenzugfestigkeit
  • Bohrkernerkundung
  • Elektrolytwiderstände an Bohrkernen

Besonderheiten

  • lokal extreme Korrosionsschäden
  • Konzept KKS in Kombination mit Ver­stärkung der Decken

Ansprechpartner

Für weitere Fragen zum Projekt steht Ihnen gerne Herr Dr. Sascha Lay zur Verfügung.